49 Stunden Im Zug

Die Fahrt nach Tibet (西藏) saß ich im wahrsten Sinne des Wortes auf einer Backe ab. Rechts neben mir saß eine Frau mit ihrem kleinem Kind auf dem Schoß und hatte dazu noch ihre Handtasche auf dem Sitz daneben, links war der Gang. Das ergab für mich genau einen halben Sitzplatz.

Ein weiteres Merkmal der Fahrt waren die Chinesen mit ihren typischen Fertignudelsuppen. In einem Chinesischen Zug gibt es natürlich serienmäßig einen Heißwasserhahn für genau diese Suppen.

Gegen Abend wurden dann die Vorhänge zugezogen aber das Licht die ganze Nacht angelassen. Der Grund dafür ist mir bis heute nicht ganz klar geworden. Ich kann bei Licht und im Sitzen nicht gut schlafen. Für den normalen Chinesen ist das natürlich absolut kein Problem.

Jeder verfügbare Freiraum unter den Sitzen und im Gang wurde natürlich komplett ausgenutzt. Ich hab mich natürlich auch dazugesellt.

Am zweiten Tag der Fahrt fuhren wir früh über den ca. 4500 Meter hohen Pass auf das Hochplateau. Den ganzen Tag genossen wir die unberührte Berglandschaft und hier und da mal eine Yakherde. Das andere Interessante in dieser Höhe war, dass alle Luftdicht verpackten Lebensmittel so aufgeblasen aussahen wie ein Luftballon, und schon zu plazen drohten.

Die dünne Luft macht einem im Zug nicht viel aus, da man eh nur die ganze Zeit rumsitzt oder döst. Aber in Lasa (拉萨) angekommen, machte es sich schon bemerkbar. Einmal etwas zügig gelaufen oder vergessen regelmäßig und tief zu atmen und schon Herzrasen, ein Stockwerk Treppen gelaufen und schon schwindelig.
Mittlerweile haben wir uns schon etwas daran gewöhnt.

Jetzt sind wir erstmal dabei die Gegend etwas zu erkunden…

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