Tarifvertrag pflege caritas

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Die Einheitsfront der Gewerkschaften argumentiert in ihrem “neuen Sozialinvestitionsplan für eine qualitativ hochwertige Versorgung”, dass ein ausreichendes Angebot an Qualität und universeller Betreuung eine enorme politische und gesellschaftliche Verantwortung der kommenden Jahre sei. Es werden mehr Arbeitsplätze benötigt, die Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Das benötigte Personal attraktiv zu finden und zu halten, sind eine Notwendigkeit. Die Gewerkschaften stellten in den Verhandlungen daher folgende Forderungen: Eine weitere Spezialisierung und Differenzierung des Pflegebedarfs wird organisiert und in der Art und Weise anerkannt, wie Krankenhäuser finanziert werden (refinanziert durch die spezifische Versorgung der Patienten). Jedenfalls erhalten die Krankenhäuser bereits Budget für die Einstellung (oder Förderung) spezialisierter Erkranken (Geriatry; Onkologie; Pädiatrie). Die Standards für die Personalplanung werden in dieser Hinsicht überarbeitet. Unter der Überschrift “Raum für Personal” erkennt Care-net Flandern (Zorgnet Vlaanderen) an, dass Investitionen in eine starke Personalpolitik gleichbedeutend mit Investitionen in gute Pflege sind. Sektor und Staat müssen zusammenarbeiten, um den Zustrom und die Bindung motivierter und qualifizierter Arbeitskräfte zu gewährleisten. Die Organisation plädiert für mehr soziales Unternehmertum mit mehr Autonomie für die örtlichen Pflegeeinrichtungen.

Das Management sollte geehrter und unterstützter werden. Es bedarf einer Überarbeitung der “Personalnormen”, die jedoch differenziert werden müssen. Die Organisation ist nicht für eine lineare Lohnerhöhung (vgl. über der automatischen Lohnindexierung), sondern für die Entwicklung eine sektorbezogene Zusatzrente (die so genannte 2. Säule im belgischen Rentensystem). Das neue System der Klassifizierung von Arbeit und Löhnen muss Schritt für Schritt umgesetzt werden, was bereits eine Erhöhung der Arbeitskosten beinhaltet. Die Systeme für das Ende der Laufbahn müssen überarbeitet werden, um die Beteiligung zu erhöhen. Pflegekräfte müssen durch mehr IT-Automatisierung von zeitaufwändigen verwaltungsrechtlichen Verpflichtungen befreit werden. Er fordert die Regierung schließlich nachdrücklich auf, eine integrierte, ergänzende Politik zu entwickeln, die Arbeit, Familie und Freizeit dauerhaft miteinander verbindet.

Die Bereitstellung dieser Informationen kann im Vergleich zum Umfang der Debatte und der Bunten Meinungen nur sehr begrenzt sein. Wir stellen zwei konkrete Ansichten vor. Sie stehen im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen über ein neues Sozialabkommen für den belgischen Sozialsektor (dessen Kern das Gesundheitswesen ist). Erstens stellen wir in diesen Verhandlungen die Meinungen der größten Arbeitgeberorganisation der Branche vor, zweitens die Forderungen der Einheitsfront der Gewerkschaften. Diese Gespräche führten bereits zweimal (2000-2005; 2005; 2005-2010) zu einer endgültigen Vereinbarung, die anschließend in den verschiedenen formellen Verhandlungsausschüssen umgesetzt werden musste und in rechtsverbindlichen Texten des Privatsektors (gegenseitig bindender Tarifvertrag, die erweitert werden) und des öffentlichen Sektors (In Regierungsentscheidungen auf verschiedenen politischen Ebenen übersetzte Protokolle) abgeschlossen werden musste.