Politiker und ihere Kompetenz

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Was man so manchmal von Politikern mitbekommt ist ja manchmal schon merkwürdig. Aber die letzten Tage haben mir einiges Deutlich gemacht.

Man sollte ja davon ausgehen, dass Jemand, der viel Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse in einem bestimmten Bereich hat auch Ahnung davon hat. Man wird eher selten ein Bankenvorstandsmitglied zum Kindergärtner oder eine gerade fertig ausgebildete Erzieherin zum Vorstandsvorsitzenden einer Bank machen. Das könnte eventuell unschöne Resultate hervorbringen.

Wenn es nun Darum geht die höchsten Ämter dieses Landes zu besetzen sollte man doch nach den Besten und kompetentesten Leuten in diesem Land Ausschau halten. Und bekanntlicher Weise ist man meistens nur in einem schmalen Gebiet richtig gut. Und wenn ich dann die Ministerposten der vergangenen und Aktuellen Legislaturperiode ansehe fallen mir so einige interessante Dinge auf:

  • Der neue Finanzminister war früher Innenminister.
  • Der zwischenzeitliche Arbeitsminister war früher Verteidigungsminister.
  • Der neue Verteidigungsminister war früher mal Wirtschaftsminister.
  • Die neue Arbeitsministerin war früher Familienministerin.

Entweder sind das alles unglaubliche talentierte Leute oder hier ist was faul. Das kommt mir irgendwie so vor als Würde jemand Dirk Nowitzki über die politische Lage in Asien oder Peter Scholl-Latour über Amerikanischen Basketball als Ratgeber heranziehen.

Ich meine bei den Richtern oder beim Bundespräsidenten klappt es ja auch, dass man nicht einfach jemand auf einen Posten setzt, der sich maßgeblich dadurch Qualifiziert hat sich in einer Partei hochgearbeitet zu haben. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Warum nicht mal die Bundesregierung mit unabhängigen Experten besetzten? Dann wird das mit der Gewaltenteilung zwischen Bundestag (Legislative) und Bundesregierung (Exekutive) auch mal etwas eindeutiger, wenn da nicht immer die Selben Leute sitzen.

3 thoughts on “Politiker und ihere Kompetenz

  1. Ralf

    Ich glaub als Minister muß man sich nicht umbedingt fachlich in seinem Ressort perfekt auskennen. Es ist wichtig sein Ressort gut zu managen, d.h. die richtigen Leute einstellen, die einen Informationen zutragen usw. Es sind also talentierte Manager. Deshalb können sie auch den Ministerposten wechseln, was aber schon sehr oft in letzter Zeit passiert.

    Bei der Verteilung der Ministerposten kommt es wahrscheinlich auch darauf an, dass alle Bundesländer gut vertreten sind und anderes.

    Ich möchte keine unhängigen Experten in der Regierung. Ich möchte welche die von mir abhängig sind. Unabhängig von der Lobbyarbeit der Konzerne ist ein schöner nicht erfüllbarer Traum.

    ps. bei Richter gibt es auch Schöffen, die Laien sind (fachlich keine Ahnung haben) und Urteile sprechen. Die werden auch für den Posten vorgeschlagen, also kommen durch Beziehungen da hin.

  2. An sich hast du ja schon recht, aber:
    In Deutschland ist es ja nicht so, als würden die Minister tatsächlich die Entscheidungen treffen. Klar, als Vorsitzender der Organe der Ministerien entscheiden sie in letzter Instanz, aber dennoch ist es ja so, dass die von dir geforderten Experten die eigentlichen Entscheidungsträger sind, alles andere würde schließlich nicht funktionieren.
    Wenn du nun also die Minister als Vorsitzende von Experten siehst, die mehr die Aufgabe der Richtliniengebung, der Kanalisierung und Vertretung nach Außen ansiehst – was im groben der Realität entspricht – ist man von deinem Vorschlag nicht allzuweit entfernt.

  3. Ja klar, die Minister haben nicht wirklich Eigenkompetenz für ihre Ministerien, aber dafür haben sie nen ganzen haufen Berater/Lobbyisten (je nach dem ^^) … die Minister müssen dann halt die Entscheidungen treffen und vor allem verkaufen… und sich eventuell im Anschluss mit den Erfolgen schmücken…

    Wo kämen wir denn hin, wenn unsere Politiker auch Kompetenz hätten ^^

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